Für Menschen, die mit dem Einkommen nicht auskommen, gibt es nur eins: Einen rigorosen Sparplan aufzustellen. Ich höre Sie jetzt schon entsetzt aufstöhnen. Nein, so schlimm ist das gar nicht. Mit etwas Übung und der richtigen Einstellung können Sie das Sparen zu einer Lebenseinstellung machen, ohne das Gefühl zu haben, auf grundlegende Dinge verzichten zu müssen.
Auch für das reine Vergnügen ist der ein oder andere Euro drin, wenn Sie Ihre gewohnten Ausgaben einer kritischen Prüfung unterziehen.
Bei mir geht die Sparsamkeit über das gezwungene Aufstellen von Sparplänen weit hinaus: Das Sparen ist eine Lebenseinstellung für mich.
Machen Sie sich doch einmal mit folgendem Gedanken vertraut:
Die Tatsache, dass Sie einen gewissen Bedarf an Geld haben ist es, die Sie eigentlich erpressbar macht. Sie machen sich damit abhängig vom Good-Will irgend eines Wichtigtuers, dem sie nun ihr ganzes aktives Berufsleben lang zu Willen sein werden, um das Nötigste zum Leben zu verdienen.
Wenn nun Ihre Definition des "Nötigsten" eher großzügig ausgelegt ist, steigt damit Ihre Abhängigkeit weiter. Ist klar.
Ja, man könnte sogar sagen: Das ganze Drama, das sich zurzeit in unserem Lande abspielt: Gestresste Arbeitnehmer, Kinder, die mehr auf ihre Noten als auf den Lernstoff schielen, steigende Zahlen von Privatinsolvenzen, eine gigantische Staatsverschuldung: Alles lässt sich zurückführen auf eine weit um sich greifende, falsche Einstellung zum Geld.
Geld ist Mittel zum Zweck
Warum werden die Penunzen heutzutage so mystifiziert? Warum ist der "Lebensstandard" in aller Munde, während niemand von den eigentlichen Problemen spricht: Grassierende psychische Krankheiten, menschliches Unglück, vereinsamte Kinder? Vieles davon resultierend aus der ständigen Jagd nach immer mehr Geld. Geld ist Geld. Ein einfaches Tauschmittel, das hilft, den Gegenwert einer Leistung auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, zum Zwecke der besseren Tauschbarkeit.
Ja, leicht dahergeredet! Wenn ich nun aber zu wenig Geld habe?
So werden Sie jetzt einwenden. Eine angelernte Reaktion in einer auf Turbokonsum ausgerichteten Welt.
Denn: Was Sie wirklich zum Leben benötigen, ist vergleichsweise wenig. Machen Sie sich mal die Mühe: Listen Sie als ersten Schritt sämtliche Ausgaben eines Monats auf. Jeden einzelnen Posten, mit dem Verwendungszweck.
Und dann überprüfen Sie: BRAUCHE ich all das wirklich? Und mit BRAUCHEN meine ich: Hätte ich gravierende Nachteile OHNE diese Sache?
Sie werden überrascht sein: Natürlich würden Sie nicht sterben ohne das 27. Paar Turnschuhe, das Sie im vergangenen Monat erworben haben, und das bereits zwischen den anderen 26 Paar im Schrank vor sich hin müffelt. Natürlich würden Sie genauso existieren ohne die zehn Flaschen Wein, mit denen Sie im Laufe des vergangenen Monats Ihre Leber durchspült haben. Vielleicht sogar besser. Mit einem klareren Kopf.
Und die Telefonrechnung? Wenn die nicht 100 € sondern nur 25 € ausgemacht hätte: Wären der Welt dann wichtige Infos entgangen?
Der erste Schritt zu Ihrem persönlichen Sparplan:
Stellen Sie Ihre Liste auf, wie schon oben beschrieben. Und dann wählen Sie ein paar Dinge aus, auf die Sie am leichtesten verzichten können: Das Zweithandy vielleicht. Das dritte Zeitschriftenabo. Oder die Dauerkarte für das Fitnessstudio, in das Sie vielleicht nur dreimal im Jahr einen Fuß setzen.
Machen Sie Schluss mit dem Selbstbetrug. Dann haben Sie schon eine Menge gewonnen ....
Dienstag, 10. August 2010
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